Der Kirchheimbolander Friedenstagepreis

Die Kirchheimbolander Friedenstage, 1975 von der amnesty international Ortsgruppe in der Hochphase des Kalten Krieges als „Friedenswoche” ins Leben gerufen, haben von Beginn an das Friedensthema sehr breit angelegt und nicht nur auf die Rüstungsproblematik reduziert.
Die Kirchheimbolander Friedenstage betonen den unaufhebbaren Zusammenhang von Nachdenken und Handeln, daher werden bestimmte Einzelpersonen, Initiativen oder Organisationen im weltweiten Maßstab und auf lokaler Ebene finanziell und ideell unterstützt.

Friedenstage-Preisträger

2017
Ökumenische Friedensinitiative Ohne Rüstung leben

Dr. Lea Ackermann für ihr Lebenswerk, die Hilfsorganisation SOLWODI

Sternsinger der Pfarrei Heilige Anna

2016              
Raif Muhammad Badawi
Inhaftierter saudi-arabischer Blogger und Menschenrechtsaktivist.
Die Auszeichnung wurde von Ensaf Haidar, der im kanadischen Exil lebenden Frau des Bloggers, stellvertretend entgegengenommen.

Kirchheimbolander Kindertagesstätten und Grundschule
für deren sozial integrative Arbeit

2015 
Förderverein Schams e.V.
Die vom Schriftsteller Rafik Schami initiierte Organisation kümmert sich um syrische Flüchtlingskinder und Jugendliche (Bildung, psychosoziale Betreuung, Förderung des kreativen Potentials u.a.)

Flüchtlingshilfe Kirchheimbolanden

2014 
Jürgen Grässlin
Mit seinem “Schwarzbuch Waffenhandel – wie Deutschland am Krieg verdient” wirbt er für Abrüstung

Verein Partnerschaft Eine Welt e.V., Eisenberg-Grünstadt

2013
Dr. Rupert Neudeck († 2016)
für die Gründung der Hilfsorganisation CAP ANAMUR, mit dem gleichnamigen Schiff rettete Rupert Neudeck zwischen 1979 und 1982 ca. 10.000 vietnamesische Flüchtlinge, und für die Gründung der Hilfsorganisation GRÜNHELME

Meike und Chris Capps-Schubert
in der Tradition der GI-Cafés während des Vietnamkriegs unterhält das Ehepaar in Kaiserslautern ein GI-Beratungscafé (“The Clearing Barrel”).

Diakonisches Werk Pfalz
mit seinen Sozialeinrichtungen in Kirchheimbolanden

2012              
Ärzte für die Menschenrechte, Initiative aus Israel

Die Brücke, Sozialprojekt aus Kirchheimbolanden

2011
Heinz Ratz
mit seinem Projekt “Der moralische Triathlon” hat der Musiker und Kämpfer für Menschenrechte auf ökologische Missstände aufmerksam gemacht

Lebenshilfe Alzey-Donnersberg
Initiative, die sich “vor Ort” für die Belange von Menschen mit geistiger Behinderung einsetzt

2010
Rüdiger Nehberg
zur Unterstützung der von ihm ins Leben gerufenen Organisation TARGET, die sich für die Abschaffung der Beschneidung von Frauen einsetzt

2009
Ärzte ohne Grenzen
das internationale Netzwerk – 1999 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet – leistet in mehr als 60 Ländern in Krisengebieten und bei Naturkatastrophen medizinische Nothilfe

Diospi Suyana, Missionsspital in Peru
eine von einem deutschen Ärzteehepaar Dr. Klaus Dieter und Dr. Martina John aufgebaute zentrale Krankenstation für die Quechua-Indianer im Süden Perus

2008
“Bleikinder” von La Oroya, Peru
für den Bau eines Gemeindezentrums mit Gruppenräumen, Volksküche, Gesundheitszentrum, Werkräumen, Bibliothek in einer durch den Bleiabbau vergifteten Andenregion

Hilfsfonds für bedürftige Kinder und Jugendliche “vor Ort”

2007 
Indienhilfe Kaiserslautern e.V.
von Weltschiedsrichter Dr. Markus Merk ins Leben gerufene und betreute Organisation, die in Indien u.a. Schulen, Waisenhäuser, Altenheim betreibt

Start Life, Selbsthilfe-Projekt in Nigeria
initiiert von Felicia Stevens, einer aus Nigeria stammenden Kirchheimbolanderin, für den Bau und Unterhalt eines Kindergartens und eines Ausbildungszentrums

2006 
Jayawickreme Fundation
eine Mitte der neunziger Jahre ins Leben gerufene soziale Stiftung in SRI LANKA:
Bau des Schulprojekts “Donnerschmiede” (aus Donnersberg und Schmiedeberg zusammengesetzt) nach der verheerenden Tsunami-Flutkatastrophe an Weihnachten 2004

“Haus für Straßenkinder” (KONGO)
in einem vom Bürgerkrieg gezeichneten Flecken Erde (Kinshasa)

2005
medica mondiale e.V.
Menschenrechts- und Hilfsorganisation, die sich für durch sexuelle Gewalt geschädigte Mädchen und Frauen in Kriegs- und Krisengebieten (Irak, Afghanistan, Kosovo u.a.) einsetzt

PARENTS CIRCLE – FAMILIES FORUM
durch einen harten Schicksalsschlag getroffene israelische und palästinensische Familien leisten Trauerarbeit im gegenseitigen Einsatz für Versöhnung und Frieden

2004
Minenräumprojekt in Ugamati / Afghanistan
Unterstützung der Organisation World Christian Frontiers im Eintreten für Gerechtigkeit, Frieden und Zukunft

2003 
FUNDACION CRISTO VIVE (Santiago/Chile)
Christliches Sozialwerk von Schwester Karoline Mayer, dem “Engel der Armen” in Lateinamerika, das sich der Betreuung obdachloser Familien widmet und dabei u.a. Tagesstätten und Horte, Behinderteneinrichtungen, Berufsausbildungszentren, Krankenstationen, Ambulanzen betreibt

2002 
Thalita Kumi (Palästina/ Israel)
Sauerteig-Arbeit der Versöhnung in einem schwierigen politischen Umfeld für sozial Schwache und Flüchtlingsfamilien (Bildung, Erziehung, menschenwürdige Zukunft)

Flutopfergeschädigte im Schmiedeberg/Sachsen
ideelle Unterstützung zur Stärkung des Lebenswillens und des Glaubens an die Zukunft
“Hoffnung ist eine Blume der Solidarität”

2001             
Haus der Jugend Kirchheimbolanden
Anerkennung der hier geleisteten langjährigen, sozialpädagogischen, vom Grundgedanken der Integration bestimmten Arbeit

2000             
Rainer Nunweiler (Rockenhausen)
Kampf ums Leben des 26-jährigen Krankenpflegers, Bluttypisierungsaktion “Wer einen Menschen rettet, rettet die ganze Welt!”

1999              
Erdbebenopfer in Karatepe (Türkei)
Wiederaufbauhilfe, Materialbeschaffung für die beschädigten oder völlig zerstörten Wohnhäuser und Schule in Karatepe (Schwarzer Berg) nach dem Grundsatz “Hilfe zur Selbsthilfe”

1998              
“Namen gegen das Vergessen“
Aufstellung eines Gedenksteins an der ehemaligen Synagoge

1997              
STREETS , Straßenkinderprojekt in Kapstadt (Südafrika)
Straßenkinder: Von der Straße zurück nach Hause…

1996              
Talitha Kumi
In dem israelisch-palästinensischen Dauerkonflikt versucht diese Einrichtung mit einem integrativen pädagogischen Ansatz, den sozial Schwachen und Flüchtlingsfamilien Chancen für Bildung, Erziehung und eine menschenwürdige Zukunft zu bieten.

1995              
Brot für die Welt
Kampagne gegen die skandalöse Kinderarbeit in der indischen Teppichindustrie

Vereinigung für die Rückkehr der Flüchtlinge und Demokratie in RUANDA

1994              
Roland Schlosser (Polizeiinspektion Landau)
für seine zivilcouragierte Befreiungsaktion

Fundacion CRISTO JOVEN
Ein herausragender Beleg für die beispielhafte Sozialarbeit lateinamerikanischer Kirchen

1993              
NEWE SCHALOM (Oase des Friedens)
Jüdisch-arabisches Versöhnungsprojekt in Israel

Bosnisches Flüchtlingslager

1992              
Café Asyl in Kirchheimbolanden
Notaufnahmelager mit Kriegsflüchtlingen aus dem ehemaligen Jugoslawien

1991              
“Sinti bearbeiten ihre Geschichte”
aufklärendes und friedensstiftendes Landauer Modellprojekt

1990              
ROMELIO
Finanzhilfe für die Gruppe ROMELIO, die gezielt einige Slumprojekte in Kolumbien betreut

Adi Lenz
ideelle Unterstützung für den wegen seiner “Blockade” in Fischbach in die Gerichtsmühlen geratenen Rockenhausener

1989              
Isoko, Tansania
Finanzierung eines LKW-Transports für eine Klinik in der sog. “Dritten Welt”

Frauenhaus im Donnersbergkreis
moralische Unterstützung und finanzielle Hilfe für das geplante Frauenhaus

1988              
Kleinklinik in Kabanga (Tansania)
Mitfinanzierung eines Wellblechdachs, Grundversorgung in der “Überschwemmungszeit” (Malaria, akute Erkrankungen, Geburtshilfe)

Katastrophenhilfe NICARAGUA
Nach dem Hurrikan steht eine große Zahl von Menschen obdachlos vor dem Nichts

1987              
Unterstützung der Angehörigen von 15 von der Todesstrafe bedrohten Chilenen

Rechtsbeistand für die Bürgerinitiative “Kein Mobilmachungsstützpunkt”

1986              
Silvia Aparecida dos Santos (Brasilien)
Patenschaft für das fünfjährige Mädchen über die ‘Kindernothilfe’

Hilfsfonds für Not leidende Ausländer und Asylsuchende

1985              
Kindernothilfe

Christliches Institut in Südafrika
Trotz starken Regierungsdrucks setzt sich diese Johannesburger Einrichtung unermüdlich für die Gleichberechtigung und die Versöhnung zwischen Weißen und Schwarzen ein

1984              
GREENPEACE
Grüne Helden, grauer Alltag

1983              
Fabio Antonio de Souza (Brasilien)
10 Jahre, unterernährt, Patenschaft über die “Kindernothilfe”

Veysi Sentat (Türkei)
26 Jahre, seit 8 Monaten in Auslieferungshaft (Mainz). Eine kritische Öffentlichkeit soll mithelfen, Herrn Sentat vor drohender Folter und Zerfall seiner Familie zu schützen

1979 – 1982   
In diesen vier Jahren wurden folgende Organisationen und Aktivitäten mit Friedenstage-Gelder unterstützt:

Projekte der ökumenischen Hungermärsche

BROT FÜR DIE WELT

Betreuung von Familien, deren Väter Opfer politischer Willkür wurden

Baumpflanzaktionen in Israel

Sozialarbeit der Jüdischen Kultusgemeinde Rheinpfalz

ai- Kampagnen gegen die “Seuche Folter” und das “Verschwinden lassen” missliebiger Personen

1978              
Kinder dieser Welt
im Vorgriff auf das “Jahr des Kindes” (1979): finanzieller Grundstock für ein großes Kindesfest.

1977              
Betreuung der beiden ai-Gewissensgefangenen

Ales Brezina (CSSR)
29 Jahre, Mitunterzeichner der “Charta 77”, nach dem Abitur Theologiestudium, wurde am 18. April 1977 verhaftet und am 14. Juni von dem Militärgericht in Prag aufgrund seiner Kriegsdienstverweigerung zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

Bernardo Araya Zuleta (Chile)
67 Jahre, ehemaliges Parlamentsmitglied und ein bekannter Gewerkschaftsführer, wurde zusammen mit seiner Frau am 2. April 1976 zuhause verhaftet und später gefoltert. Er gilt seitdem als “verschwunden “.

1976              
Betty Williams
Führerin der nordirischen Friedensbewegung, die sich für ein gewaltloses Miteinander der rivalisierenden Gruppen eingesetzt hat und dafür 1976 auch mit dem Friedensnobelpreis geehrt wurde.

Dr. Christiaan Beyers Naudé
als Weißer (!) entschiedener Gegner der Apartheid in Südafrika – nach Aufhebung der Rassentrennung Generalsekretär des südafrikanischen Kirchenrates (SAC)